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Steigendes Interesse an :alpenarte: Zu Recht

Dass in Schwarzenberg, im österreichischen Bundesland Vorarlberg (nahe der Schweizer Grenze) neben der kulturell seit langem diesen Ort in die Welt der klassischen Musikliebhaber tragenden „Schubertiade“ seit 2017 auch ein anderes, ein neues und frisches Kammermusikfestival ausgetragen wird, scheint sich mehr und mehr unter Musikfreunden herumzusprechen. Denn mit :alpenarte hat die für dieses Festival gegründete gemeinnützige Gesellschaft ein neues Format in die Welt der Klassikfestivals eingeführt. Zwei Mal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, findet dieses einwöchige Festival nun statt. Die Besonderheiten des neuartigen Konzepts sind mannigfaltig. Zum einen hat man seit der dritten Ausgabe im Frühjahr 2018 den bekannten deutschen Klarinettisten Sebastian Manz als künstlerischen Leiter gewinnen können. Besonders ist dies deshalb, da Manz über ein wunderbares Sendungsbewusstsein für die Vermittlung von Musik verfügt, aber auch als Musiker fähig ist, die eingeladenen Musiker bestens zu leiten und zu betreuen. Des Weiteren ist es keine Selbstverständlichkeit, dass man erfolgreiche junge Musiker dazu einlädt, die organisatorische Seite eines Festivals kennenzulernen und auszuführen. Bei :alpenarte, dessen Konzerte im Schwarzenberger Kleinod, dem Angelika-Kauffmann-Saal stattfinden, ist es bei jeder Austragung ein Musiker von Format, der die Aufgabe des Intendanten übernimmt. Nach dem deutschen Pianisten Mario Häring, dem russischen Geiger Yury Revich und dem kroatischen Gitarristen Petrit Ceku, hatte man bei der vierten Austragung in diesem Herbst die Aufgabe dem rumänischen Cellisten Andrei Ioniţă übergeben, einem Gewinner des berühmten Tschaikowsky-Wettbewerbs und trotz seines noch jungen Alters von nur 24 Jahren ein weltweit auftretender Künstler. Andrei Ioniţă hat sich viel Gedanken um eine interessante, ungewöhnliche und dennoch stimmige Konzeptionierung für ein Programm mit vier Konzerten gemacht. Selbstredend lädt ein solch junger Musiker Freunde aus seinem Umfeld ein, mit denen er bereits spielte und die auf einem ähnlich hohen Niveau musizieren wie er selbst. Und welch eine internationale Riege an wunderbaren jungen Musikern hatte Ioniţă eingeladen: Alexandra Paladi, Christel Lee und Jonia-Ilias Kadesha als Violinisten, Karolina Errera und Nilay Özdemir als famose Bratscherinnen, Daria Ioana Tudor und Juan Pérez Floristán als kongeniale Pianisten, Pablo Barragán als Klarinettisten und die famose Vashti Hunter als Cellistin neben ihm selbst. Damit wurde zeitgleich der Idee der Internationalität von :alpenarte Rechnung getragen. Doch die Musik steht auch bei diesem Festival im Mittelpunkt. Mit den vier ungewöhnlichen Programmen, die von der deutschen Romantik, mit Werken von Schumann und Brahms, über europäische Musikgedanken mit Werken der Moderne von Jörg Widmann und Svante Henryson sowie Kompositionen, die die Idee der neuen Identität von nationalem Ausdruck mit Kompositionen von Manuel de Falla und Antonín Dvorák präsentierten, begeisterte Ioniţă das Publikum, das offen die neuen Herausforderungen neuartiger und ungewohnter Klänge annahm. Dass er zudem ein gesamtes Programm den unterschiedlichen musikalischen Ausdruckswelten seiner Heimat Rumänien widmete, zeigte, wie offen und unvoreingenommen Andrei Ioniţă an die Programmatik heranging. Bei anderen Festivals wären Programme mit Werken der unbekannteren rumänischen Komponisten wie Tiberiu Olah, George Enescu und Radu Paladi sicherlich abgelehnt worden. Bei :alpenarte ist dies möglich. Und das ist gut so, denn die Zuhörer entdeckten auf diese Weise Werke, die sie andernorts nicht zu hören bekommen und die wahre Meisterwerke darstellen. Dass am Abschluss dann die russische Seele mit großartigen und bekannten Werken Tschaikowsky, Rachmaninow und Schostakowitsch angegangen wurde, war stimmig in der Gesamtstruktur des Programms. Gut, dass der künstlerische Leister Sebastian Manz sich im Hintergrund hielt, sich als geschickter und vermittelnder Moderator auf der Bühne zeigte. Mit ihm als leitendem Geist gelang all dies so stimmig, dass man erkannte, welch Potenzial in diesem noch jungen Festival steckt. Nicht nur das Publikum in den Konzerten war begeistert, sondern auch die über 500 Kinder, die die jungen Musiker mit drei Konzerten vor Beginn des Festivals mit ihrer Musik in Schulkonzerten in den Mittelschulen in Bezau und Au sowie Grundschulklassen in Schwarzenberg begeistert hatten. Somit ist das Sendungsbewusstsein nochmals auf eine neue Stufe gestellt worden, was der Region zu Gute kommt. Überhaupt ist es wichtig, dass man mit dem Publikum spricht. Und genau da gaben sich die Grundsatzideen von Andrei Ioniţă und Sebastian Manz die Hand, denn beide wussten das Publikum gut anzusprechen, um eine offene Atmosphäre für die Musik zu kreieren. Dabei zeigte sich ebenso, dass Andrei Ioniţă kein Künstler ist, der sich gerne in den Vordergrund drängt. Auch wenn er mit Schumanns „Fantasiestücken“ das Festival eröffnete, nahm er sich zurück, fügte sich immer wieder in das kammermusikalische Geschehen ein. Eines der Programme gestaltet er sogar ohne eigene Teilnahme. Das zeugt von Größe und von der Verantwortung den Mitwirkenden gegenüber. Insgesamt war die Herbstausgabe 2018 von :alpenarte ein Erfolg auf dem Weg zu noch größerer Aufmerksamkeit. Mit einem Zuwachs von 40 Prozent mehr Besuchern (aus der Region und dem Ausland) im Vergleich zur Frühjahrsausgabe dieses Festivals auf fast 1000 Zuhörer in vier Konzerten zeichnet sich jetzt schon ab, dass :alpenarte für Klassikfreunde bald schon ein Muss in der jährlichen Planung sein wird.

Emotionale Momente mit russischen Meisterwerken

Dass das Programm des Abschlusskonzerts bei der Herbstausgabe des diesjährigen :alpenarte-Festivals einen vollen Saal hervorrufen würde,

Musikalisch-emotionaler Blick auf Rumänien

Was wissen wir über die Kultur- bzw. Musikszene in Rumänien? Kaum etwas, muss man wohl zugeben müssen. Umso spannender war es,

Europa-Idee mit musikalischer Überraschung

Europa-Idee mit musikalischer Überraschung„Europa“-Konzert zum österreichischen Nationalfeiertag bei :alpenarte Anscheinend war es die Idee des Intendanten des Herbst-Festivals von :alpenarte in Schwarzenberg, dem Rumänen Andrei Ioniţă, dass er zum 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, im Angelika- Kauffmann-Saal ein Programm zu präsentieren, das die europäische Idee in den Mittelpunkt stellt. Deutschland, Schweden, Spanien und Tschechien waren die musikalischen Stationen, durch die er die Besucher in Österreich lotste. Die Musik, die er da für seine eingeladenen Musiker programmiert hatte, war zwar alles andere als politisch, aber schlug eine Brücke zwischen den Ideen der späten Romantik und der heutigen Sicht auf Musik. Und es war ein mutiges Programm, das Ioniţă den Besuchern näherbringen wollte. Denn einen Abend in einem Kammermusikfestival mit der „Fantasie“ für Klarinette solo von Jörg Widmann (* 1973) zu beginnen, erfordert von den Zuhörern eine Offenheit für Neues. Aber in der Darstellung des spanischen Klarinettisten Pablo Barragán war diese erste (und die erste deutsche) Station dieser „Reise“ keine Herausforderung, sondern ein Erlebnis. Der große klangliche Facettenreichtum, die vielen Bruchstücke, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammensetzen, ließen das Publikum aufhorchen.Doch bevor ein weiteres Werk der Moderne erklang, kam der künstlerische Leiter, Sebastian Manz, auf die Bühne. Und er begrüßte nicht nur das Publikum, sondern ließ die Werke im Dialog mit den Künstlern auch ein wenig erläutern. Das half beim Hören. Doch vor einem nächsten modernen Werk, spielten die beiden Protagonisten Barragán und die englische Cellistin Vashti Hunter drei wunderbare Bearbeitungen von Bachs zweistimmigen Inventionen. Dann ging es mit „Off Pist“, einem Werk für Klarinette und Violoncello des Schweden Svante Henryson (* 1963) von 2006, das ursprünglich für Sopransaxophon und Cello geschrieben wurde. Jazz- und Folkelemente ließen in dieser Interpretation der beiden jungen Solisten diese Musik wunderbar grooven und rissen das Publikum an diesem Abend erstmals mit. Doch das war noch lange nicht das Ende der Reise, denn der spanische Pianist Juan Pérez Floristán machte dann einen Schwenk in seine Heimat, hin zur „Fantasia Bætica“ des spanischen Komponisten Manuel de Falla, die dieser 1919 dem polnischen Pianisten Artur Rubinstein gewidmet hatte. Dieses Werk schrieb der Komponist als Hommage an den Süden Spaniens, die ehemalige römische Provinz Bætis, die sich im Gebiet des heutigen Andalusiens befand. Floristán konnte dieses hochvirtuose Werk, mit den vielen folkloristischen Tango- und Fandango- Rhythmen, emphatisch ausschmücken und riss das Publikum entsprechend mit, das mit Applaus und Fußgetrampel begeistert reagierte.Und dann zum Schluss ein wahrlich europäisches Werk aus Tschechien, Antonín Dvoráks Klavierquintett Op. 81. Der zweite Satz mit der bekannten Dumka-Melodie, ist weitestgehend bekannt. Aber das, was Jonian-Ilias Kadesha, Christel Lee (Violinen), Nilay Ozdemir (Viola), Vashti Hunter (Cello) und Juan Pérez Floristán (Klavier) aus diesem Werk herausholten, war musikalische Heiterkeit gepaart mit Heiterkeit. Jeder Satz ist ein mit Raffinesse und Schönheit gestaltetes Kleinod der Kammermusik. Und die jungen Künstler warfen sich hinein in diese Musik, ließen sich leiten und durchwirkten sie. Und damit rissen sie gleichsam das Publikum endgültig mit, das schon nach dem ersten Satz applaudierte und am Schluss von „Bravos“ durchwirkt so lange seine Begeisterung äußerte, dass es zu der von Manz bereits zuvor angekündigten Zugabe kam ...Und das war am Ende nun wirklich eine Überraschung, denn alle am Festival beteiligten Musiker kamen auf die Bühne und stimmten – passend zum Thema Europa – die „Ode an die Freude“ aus dem letzten Satz von Beethovens 9. Sinfonie an. Doch Sebastian Manz hatte in seine Bearbeitung – passend zum österreichischen Nationalfeiertag – die Österreichische Bundeshymne eingewoben, deren Text auf einer Leinwand projiziert wurde. Und das Publikum sang klangvoll mit und stimmte dann auch in den auf Deutsch und im Vorarlberger Dialekt eingeblendeten Gesang ein. Nach dieser musikalischen Präsentation hielt es keinen Zuhörer im vollbesetzten Angelika-Kauffmann-Saal mehr auf dem Sitz und man feierte zu Recht die wunderbaren Musiker, die allein in ihren Nationalitäten ebenfalls jeden Abend bei :alpenarte beweisen, dass Musik die europäische Idee wunderbar zusammenbringt.

Herzzerreißend gespielt: Der „Grundstock“ der Kammermusik

Neben unbekannteren Werken im Gesamtprogramm des Festivals :alpenarte hat der diesjährige Intendant, der rumänische Cellist Andrei Ioniţă, schon im Programmheft geschrieben,

Junge Spitzenmusiker begeistern Kinder

Das in Schwarzenberg (Vorarlberg) stattfindende Festival :alpenarte hat sich seit Anbeginn auf die Fahne geschrieben, dass es anders, frischer und musikalisch spannender sein will,

Schulbesuch in den Mittelschulen Bezau und Au

Am 23.10. besuchten die Künstlerinnen und Künstler der Herbsausgabe der Alpenarte mit dem Intendant in Residence Andrei Ionita und dem künstlerischen Leiter Sebastian Manz die Mittelschulen in Bezau und Au im Bregenzerwald. Über 270 junge Schülerinnen und Schüler durften in den Genuss einer einstündigen Musikvermittlung mit Stücken aus dem Programm dieser Ausgabe kommen und Fragen rund um das Thema Musik, Instrumente, Musiker, usw. stellen.  Morgen folgt ein Schülerkonzert im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg bei dem die Schülerinnen und Schüler wiederum aktiv in die Musikvermittlung mit eingebunden werden. Wir freuen uns schon darauf!